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Gold-Wissen 8 Min. Lesezeit

Ist mein Gold echt? 6 Tests für zu Hause – und was wirklich Sicherheit gibt

Von Juwelier ZERO

· Edelmetallhandel seit 1994

Eine Kette vom Flohmarkt, ein Ring aus dem Nachlass, Schmuck ohne Rechnung: Die Frage „Ist das echtes Gold?“ stellt sich oft. Einige einfache Tests können Sie zu Hause machen. Sie sortieren viele Fälschungen aus, beweisen aber keine Echtheit. Hier lesen Sie, welche Tests etwas taugen, welche Mythen Sie sich sparen können und wie Fachleute Gold zuverlässig prüfen.

Inhalt anzeigen
  1. Alle Tests im Überblick
  2. 1. Stempel prüfen
  3. 2. Magnettest
  4. 3. Dichte- oder Wassertest
  5. 4. Abrieb und Verfärbung
  6. 5. Keramiktest
  7. 6. Biss, Essig & Co.
  8. So prüfen Fachleute
  9. Häufige Fragen

Das Wichtigste in Kürze

  • Gold ist nicht magnetisch. Zieht ein Magnet das Stück an, ist es kein massives Gold.
  • Der Dichtetest mit Küchenwaage und Wasserglas ist der aussagekräftigste Test für zu Hause. Feingold hat eine Dichte von 19,32 g/cm³.
  • Biss-, Essig- und Feuerzeugtest sind Mythen oder beschädigen den Schmuck.
  • Sicherheit gibt nur eine Messung im Fachgeschäft, etwa mit Röntgenfluoreszenz. Die ist schnell und beschädigt nichts.

Alle Tests im Überblick

Kein Test für zu Hause kann allein beweisen, dass ein Stück aus Gold ist. Zusammen ergeben sie aber ein gutes erstes Bild. Die Tabelle zeigt, was jeder Test leistet.

TestWas er zeigtAussagekraft
StempelAngegebener Feingehalt, z. B. 585Guter Hinweis, keine Garantie
MagnetSchließt Eisen, Stahl und Nickel ausNur Ausschluss möglich
DichteOb das Gewicht zum Volumen von Gold passtHoch, bei massiven Stücken
AbriebOb unter der Oberfläche ein anderes Metall liegtMittel, nur bei Abnutzung
KeramikFarbe des AbriebsGering, kann kratzen
Biss, Essig, Feuer–Mythos oder schädlich

1. Den Stempel prüfen

Schauen Sie zuerst nach einer kleinen Prägung, meist innen am Ring oder am Verschluss der Kette. Zahlen wie 333, 585 oder 750 geben den Goldanteil in Tausendteilen an. Buchstaben wie GP, GF, HGE, RGP oder das Wort Doublé zeigen dagegen, dass das Stück nur vergoldet ist. Was jeder Stempel bedeutet, haben wir im Ratgeber Goldstempel erkennen zusammengestellt.

Gut zu wissen: Ein Stempel kann gefälscht sein, und echtes Gold kann ganz ohne Stempel auskommen, etwa bei altem oder umgearbeitetem Schmuck. Der Stempel ist deshalb nur der erste Schritt.

2. Der Magnettest

Gold ist nicht magnetisch.1 Halten Sie einen starken Magneten an das Schmuckstück, zum Beispiel einen Neodym-Magneten aus dem Baumarkt. Kühlschrankmagnete sind oft zu schwach.

  • Das Stück wird angezogen: Es ist kein massives Gold. Meist steckt Eisen, Stahl oder Nickel darin, etwa bei vergoldetem Modeschmuck.
  • Das Stück bleibt liegen: Das beweist noch nichts. Auch Messing, Kupfer, Silber und Aluminium sind nicht magnetisch.

Achten Sie auf Verschlüsse: Federn in Karabinern sind oft aus Stahl und reagieren auf den Magneten, auch wenn die Kette selbst aus Gold ist.

3. Der Dichte- oder Wassertest

Gold ist sehr schwer. Ein Kubikzentimeter Feingold wiegt 19,32 Gramm, mehr als die meisten anderen Metalle. Mit einer genauen Küchenwaage (0,01 g) und einem Glas Wasser lässt sich die Dichte zu Hause bestimmen:

  1. Wiegen Sie das Schmuckstück trocken und notieren Sie das Gewicht (A).
  2. Stellen Sie ein halb volles Glas Wasser auf die Waage und setzen Sie die Anzeige auf null.
  3. Hängen Sie das Stück an einem dünnen Faden ins Wasser, ohne dass es Boden oder Rand berührt. Notieren Sie die Anzeige (B).
  4. Teilen Sie A durch B. Das Ergebnis ist die Dichte in g/cm³.

Beispiel: Ein Ring wiegt 6,50 g. Im Wasser zeigt die Waage 0,50 g an. 6,50 ÷ 0,50 = 13,0 g/cm³, das passt zu 585er Gold. Was ein solcher Ring wert ist, zeigt Ihnen unser Goldwert-Rechner. Wie die Rechnung funktioniert, lesen Sie in Was ist mein Gold wert?

Richtwerte, die genaue Dichte hängt von der Legierung ab.23
MaterialDichte in g/cm³
99919,32 (Feingold, 24 Karat)
916ca. 17,9 (22 Karat)
750ca. 14,8–15,5 (18 Karat)
585ca. 12,8–13,1, Weißgold mit Palladium bis 14,5 (14 Karat)
333ca. 10,6–12,1 (8 Karat)
Silber10,49
Kupfer8,96
Wolfram19,25

Liegt der Wert deutlich unter 10,5, ist das Stück sehr wahrscheinlich kein Gold. Der Test funktioniert nicht bei Hohlschmuck, bei Schmuck mit Steinen und bei sehr leichten Stücken, weil schon kleine Messfehler das Ergebnis stark verändern.

Grenze des Tests: Wolfram ist mit 19,25 g/cm³ fast genauso schwer wie Gold.3 Vergoldete Wolfram-Fälschungen, vor allem bei Barren und Münzen, besteht der Dichtetest deshalb. Sie fallen erst bei professionellen Verfahren auf.

Lieber gleich sicher sein?Senden Sie Ihr Gold kostenlos ein. Wir prüfen es, machen Ihnen ein Angebot, und Sie entscheiden.

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4. Abrieb und Verfärbung prüfen

Vergoldungen nutzen sich ab. Schauen Sie sich mit einer Lupe die Stellen an, die viel reiben: Kanten, Verschlüsse, die Unterseite von Ringen und die Glieder von Ketten. Schimmert dort ein silbriges, kupferfarbenes oder graues Metall durch, ist das Stück vergoldet.

Auch die Haut gibt Hinweise. Grüne oder dunkle Spuren entstehen durch Kupfer und andere Metalle in der Legierung. Das kommt bei Modeschmuck vor, aber auch bei niedrigkarätigem Gold wie 333er. Eine Verfärbung allein ist also kein Beweis.

5. Der Keramiktest

Beim Keramiktest reibt man das Stück über eine unglasierte Keramikfläche, zum Beispiel die Unterseite einer Tasse. Ein goldfarbener Strich spricht für Gold, ein schwarzer oder grauer Strich dagegen.

Wir raten davon ab: Der Test hinterlässt Kratzer am Schmuck und ist bei vergoldeten Stücken wenig verlässlich, weil zuerst die Goldschicht abgerieben wird. Fachleute nutzen das Prinzip zwar auch, aber mit Prüfstein und Prüfsäuren, siehe unten.

6. Biss, Essig, Feuerzeug: Mythen und riskante Tests

  • Biss: Feingold ist weich, Schmuckgold durch Silber und Kupfer aber deutlich härter.1 Ob Zahnspuren entstehen, sagt deshalb nichts über die Echtheit. Der Test kann zudem Zähne und Schmuck beschädigen.
  • Essig: Echtes Gold reagiert nicht, eine gute Vergoldung aber auch nicht. Der Test trennt also nicht zwischen massivem und vergoldetem Schmuck.
  • Feuerzeug: Die Flamme kann Steine, Lote und Oberflächen beschädigen. Das Ergebnis ist trotzdem nicht eindeutig.
  • Säure-Sets aus dem Internet: Sie wirken nur an der Oberfläche, sind ätzend und erfordern Erfahrung. Für Laien ist das Risiko größer als der Nutzen.

So prüfen Fachleute Gold

Im Fachhandel stehen Verfahren zur Verfügung, die deutlich genauer sind als jeder Test zu Hause:

Strichprobe mit Prüfstein

Das Stück wird über einen dunklen Prüfstein gestrichen, daneben ein Strich mit einer Probiernadel bekannten Gehalts. Prüfsäure wird aufgetragen, und der Vergleich beider Striche zeigt den ungefähren Feingehalt.4 Das Verfahren ist bewährt, aber nur eine Annäherung und hinterlässt eine feine Spur am Schmuck.

Röntgenfluoreszenz-Analyse (RFA)

Das Gerät bestrahlt die Oberfläche mit Röntgenstrahlung und misst die Strahlung, die das Metall zurückgibt. Daraus ergibt sich in Sekunden die genaue Zusammensetzung: wie viel Gold, Silber, Kupfer oder Palladium enthalten ist. Das Verfahren ist zerstörungsfrei, der Schmuck bleibt unbeschädigt.5

Bei Juwelier ZERO prüfen wir jedes Stück mit einem Röntgenfluoreszenz-Spektrometer. Sie bekommen ein Angebot auf Basis des gemessenen Gehalts, nicht auf Basis des Stempels. Wie das genau abläuft, zeigt unser Verkaufsprozess. Sind Sie mit dem Angebot nicht einverstanden, schicken wir Ihr Gold kostenlos zurück, dafür steht unsere Gold-zurück-Garantie. In Hamburg können Sie bei der Prüfung auch direkt im Laden zuschauen.

Weitere Verfahren

Für Barren und Münzen gibt es zusätzlich Geräte, die Leitfähigkeit, Magnetverhalten oder Ultraschall messen. Sie erkennen auch Fälschungen mit Wolfram-Kern, die von außen und auf der Waage wie echtes Gold wirken.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich am schnellsten, ob Gold echt ist?

Prüfen Sie zuerst den Stempel und machen Sie dann den Magnettest. Wird das Stück angezogen oder steht GP, GF oder Doublé darauf, ist es kein massives Gold. Für eine sichere Aussage braucht es eine Messung im Fachgeschäft.

Ist Gold magnetisch?

Nein. Gold ist nicht magnetisch, ein starker Magnet zieht es nicht an. Allerdings sind auch viele andere Metalle wie Messing, Kupfer oder Silber nicht magnetisch. Der Test kann Fälschungen also nur ausschließen, nicht Gold beweisen.

Funktioniert der Essigtest?

Nicht zuverlässig. Echtes Gold verändert sich in Essig nicht, eine gute Vergoldung aber auch nicht. Der Test unterscheidet daher nicht zwischen massivem und vergoldetem Schmuck.

Welche Dichte hat 585er Gold?

585er Gold (14 Karat) hat je nach Legierung eine Dichte von etwa 12,8 bis 13,1 g/cm³, Weißgold mit Palladium bis 14,5 g/cm³. Feingold liegt bei 19,32 g/cm³, 750er Gold bei etwa 14,8 bis 15,5 g/cm³.

Kostet die Prüfung bei Juwelier ZERO etwas?

Nein. Die Prüfung und das Angebot sind kostenlos und unverbindlich, auch die Versandtasche. Nehmen Sie das Angebot nicht an, bekommen Sie Ihr Gold kostenfrei zurück.

Quellen

  1. chemie.de, Lexikon: Gold (Dichte 19,32 g/cm³, diamagnetisch, Härte, Schmucklegierungen).
  2. Allgemeine Gold- und Silberscheideanstalt (Agosi): Fibel für Goldschmiede (PDF; Dichte der Schmucklegierungen).
  3. chemie.de, Lexikon: Wolfram (Dichte 19,25 g/cm³); Silber 10,49 g/cm³ und Kupfer 8,96 g/cm³ siehe Silber und Kupfer.
  4. chemie.de, Lexikon: Strichprobe.
  5. Spektrum der Wissenschaft, Lexikon der Physik: Röntgenfluoreszenzanalyse.

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