Goldfarben heißt noch lange nicht Gold. Viele Schmuckstücke und Uhren sind nur mit einer dünnen Goldschicht überzogen. Auf ihnen stehen Zeichen wie GP, GF, RGP, Doublé oder Vermeil. Hier lesen Sie, was diese Begriffe bedeuten, wie Sie vergoldete Stücke von massivem Gold unterscheiden und wie viel Gold tatsächlich darin steckt.
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Das Wichtigste in Kürze
- Massives Gold besteht durch und durch aus einer Goldlegierung und trägt einen Feingehalt wie 333, 585 oder 750.
- Vergoldet, plattiert oder Doublé heißt: Ein anderes Metall ist nur mit Gold überzogen. Typische Zeichen sind GP, HGE, RGP, GF und Doublé.
- Die Goldschicht ist oft nur Bruchteile eines Tausendstelmillimeters dick. Der Goldwert ist dann sehr gering.
- Vermeil ist vergoldetes Silber. Hier zählt vor allem der Silberkern.
Massiv, vergoldet, plattiert: der Unterschied
Bei massivem Gold besteht das ganze Stück aus einer Goldlegierung. Ein 585er Ring enthält an jeder Stelle 58,5 % Gold, innen wie außen. Bei vergoldeten Stücken liegt dagegen nur eine dünne Goldschicht auf einem anderen Metall. Dafür gibt es zwei Wege:
- Galvanisch vergoldet: Das Stück wird in ein Goldbad getaucht und mit Strom beschichtet. Manche Metalle brauchen vorher eine Zwischenschicht aus Kupfer oder Messing.1 So entstehen sehr dünne Schichten.
- Plattiert (Doublé): Eine Goldfolie wird mit Druck und Wärme fest mit dem Grundmetall verbunden, heute meist durch Walzen. Typisch ist Gold auf Messing oder Tombak.12 Auch hier liegt das Gold nur als Auflage auf dem Grundmetall.
Von außen sehen beide Varianten aus wie Gold. Den Unterschied machen der Stempel, die Abnutzung und am Ende eine Messung.
Doublé, Vermeil, Gold Filled: die Begriffe im Überblick
In Deutschland sind diese Begriffe nicht im Detail gesetzlich festgelegt. Genaue Mindestwerte gibt es in anderen Ländern, etwa in den USA und in der Schweiz. Sie zeigen, in welcher Größenordnung sich die Goldschicht bewegt.
| Zeichen | Bedeutung | Goldschicht |
|---|---|---|
| GP, GEP, vergoldet | Gold Plated, galvanisch vergoldet | Mindestens 0,175 µm, Gold ab 10 Karat3 |
| HGE, HGP | Heavy Gold Electroplate | Mindestens 2,5 µm, Gold ab 10 Karat3 |
| RGP, Gold Plate | Rolled Gold Plate, mechanisch aufgebracht | Mindestens 1/40 des Metallgewichts3 |
| GF, z. B. 1/20 12K GF | Gold Filled | Mindestens 1/20 des Metallgewichts3 |
| Doublé, Plaqué | Plattierte Ware | In der Schweiz mindestens 5 µm4 |
| Vermeil | Vergoldetes Sterlingsilber | Mindestens 2,5 µm, Gold ab 10 Karat3 |
Die Fachbegriffe finden Sie auch in unserem Glossar: Gold Plated, Gold Filled, Doublé und Vermeil.
Stempel richtig lesen
Viele vergoldete Stücke tragen eine Zahl, die an einen Goldstempel erinnert. Entscheidend sind die Buchstaben daneben:
- „1/20 12K GF“ bedeutet: Die Auflage aus 12-karätigem Gold macht ein Zwanzigstel des Gewichts aus. Der Rest ist unedles Metall.3
- „18K GP“ oder „18K HGE“ beschreibt nur die Qualität der Goldschicht, nicht das Stück.
- „Doublé“, „Plaqué“, „RGP“ oder „vergoldet“ sind Bezeichnungen für Plaqué-Ware, wie sie zum Beispiel die Schweizer Edelmetallkontrolle aufführt.4
- 925 auf einem goldfarbenen Stück heißt: Der Kern ist Sterlingsilber, die Oberfläche vergoldet. Das ist Vermeil.
Das deutsche Feingehaltsgesetz verbietet, Waren mit einer Feingehaltsangabe zu versehen, die mit anderen Metallen gefüllt sind.5 Eine Zahl wie 585 allein ohne Zusatz deutet deshalb auf massives Gold hin. Eine Garantie ist sie nicht, denn Fälschungen tragen manchmal falsche Stempel. Alle echten Goldstempel finden Sie in Goldstempel erkennen.
Vergoldet oder massiv? So prüfen Sie zu Hause
- Stempel suchen. Steht neben der Zahl GP, HGE, RGP, GF, Doublé oder Plaqué, ist das Stück nicht massiv.
- Magnettest machen. Zieht ein starker Magnet das Stück an, steckt Eisen oder Stahl darin. Bleibt es liegen, ist das noch kein Beweis, denn auch Messing und Kupfer sind nicht magnetisch. Mehr dazu im Magnettest.
- Kanten und Verschlüsse ansehen. An Stellen, die viel reiben, nutzt sich eine Vergoldung zuerst ab. Schimmert dort ein silbriges, kupferfarbenes oder graues Metall durch, ist das Stück vergoldet. Mehr dazu in Abrieb und Verfärbung prüfen.
- Nicht kratzen oder feilen. Säure- und Kratztests beschädigen das Stück und sind bei dicken Auflagen wenig verlässlich, weil zuerst die Goldschicht getestet wird.
- Messen lassen. Sicherheit gibt eine Prüfung durch Fachleute. Bei Juwelier ZERO messen wir mit einem Röntgenfluoreszenz-Spektrometer, ohne das Stück zu beschädigen.
Unsicher, ob massiv oder vergoldet?Senden Sie Ihre Stücke kostenlos ein. Wir prüfen sie ohne Beschädigung und Sie erhalten ein unverbindliches Angebot.
Versandtasche anfordernWie viel Gold steckt in vergoldetem Schmuck?
Die Rechnung zeigt, warum vergoldete Stücke beim Goldankauf kaum ins Gewicht fallen. Die US-Mindestschichtdicken sind in Feingold angegeben.3 Wir rechnen deshalb mit der Dichte von reinem Gold, 19,32 g/cm³,6 mit einer Oberfläche von 5 cm² (etwa ein schmaler Ring) und mit einem runden Beispielkurs von 100 € je Gramm Feingold.
| Stück | Edelmetall | Beispielwert |
|---|---|---|
| Vergoldet, 0,175 µm Schicht | ca. 0,002 g Gold | ca. 0,17 € |
| HGE oder Vermeil, 2,5 µm Schicht | ca. 0,024 g Gold | ca. 2,40 € |
| 20 g „1/20 12K GF“ | 1 g Auflage mit 12 Karat = 0,5 g Gold | ca. 50 € |
| 10 g Vermeil-Ring, Kern 925 | 9,25 g Silber | ca. 13,90 € |
| Zum Vergleich: 10 g massiv 585 | 5,85 g Gold | 585 € |
Gold Filled enthält also messbar Gold, aber nur einen Bruchteil von massivem Schmuck. Bei Vermeil liegt der Wert vor allem im Silberkern. Wie Sie den Wert von Silber berechnen, erklärt Silber erkennen und verkaufen. Für massives Gold hilft unser Rechner: Goldwert berechnen.
Was tun mit vergoldeten Stücken?
Sie müssen Ihre Stücke vor dem Verkauf nicht selbst sortieren. Die Prüfung, Sortierung und Bewertung übernehmen wir. Gold kaufen wir in allen Formen an, auch Altgold, Bruchgold und einzelne Schmuckstücke. Vermeil mit Silberkern bewerten wir nach dem Silber, mehr dazu beim Silberankauf. Versilberte Ware kaufen wir dagegen nicht an.
Nehmen Sie unser Angebot an, überweisen wir den Betrag in der Regel innerhalb von 48 Stunden. Im Ladengeschäft in Hamburg-Bramfeld ist auch eine Barauszahlung möglich. Den Ablauf zeigt unser Verkaufsprozess. Was genau wir ankaufen, lesen Sie in Was wird angekauft?
Häufige Fragen
Ist Doublé echtes Gold?
Nur an der Oberfläche. Doublé ist ein unedles Grundmetall, meist Messing oder Tombak, auf das eine Goldschicht aufgewalzt wurde. Es ist kein massives Gold und hat entsprechend wenig Goldwert.
Was bedeutet 1/20 12K GF?
GF steht für Gold Filled. Die Auflage aus 12-karätigem Gold macht mindestens ein Zwanzigstel des Metallgewichts aus. Ein 20-g-Stück enthält damit etwa 1 g Auflage und rund 0,5 g reines Gold.
Ist Vermeil Gold oder Silber?
Beides. Vermeil ist Sterlingsilber mit einer Goldauflage. Den größten Teil des Materialwerts macht das Silber aus, denn die Goldschicht ist nur wenige Mikrometer dick.
Kann vergoldeter Schmuck einen Stempel wie 585 tragen?
Nicht zulässig. Das deutsche Feingehaltsgesetz verbietet eine Feingehaltsangabe auf Waren, die mit anderen Metallen gefüllt sind. Falsche Stempel kommen trotzdem vor, deshalb gibt erst eine Messung Sicherheit.
Wie viel ist vergoldeter Schmuck wert?
Meist sehr wenig. Eine galvanische Vergoldung enthält oft nur Tausendstel Gramm Gold. Mehr Wert haben Gold-Filled-Stücke und Vermeil, bei dem der Silberkern zählt.
Quellen
- Spektrum der Wissenschaft, Lexikon der Chemie: Vergolden (galvanisches Vergolden, Zwischenschicht aus Kupfer oder Messing, Plattieren auf Tombak).
- chemie.de, Lexikon: Plattieren (Doublé) (Gold auf Messing, Verbindung durch Druck und Temperatur, Walzschweißplattierung).
- US Code of Federal Regulations, 16 CFR Part 23: Guides for the Jewelry, Precious Metals, and Pewter Industries, §§ 23.3 und 23.4 (Gold Filled, Rolled Gold Plate, Gold Electroplate, Heavy Gold Electroplate, Vermeil).
- Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG, Schweiz): Edelmetallkontrolle (PDF, Stand 1.4.2018; Plaqué-Waren, Mindestschichtdicke 5 µm, Bezeichnungen).
- Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren (FeinGehG), § 8.
- chemie.de, Lexikon: Gold (Dichte 19,32 g/cm³).



