Was wird eigentlich aus dem alten Ehering oder der gerissenen Kette, die Sie verkaufen? Gold wird nicht verbraucht. Es lässt sich einschmelzen, von anderen Metallen trennen und als Feingold wieder verwenden, für Schmuck, Barren oder Technik. Hier lesen Sie, wie dieser Kreislauf funktioniert, was in einer Scheideanstalt passiert und wie gut die Klimabilanz von Recyclinggold ist.
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Das Wichtigste in Kürze
- Rund 1.404 Tonnen Gold kamen 2025 weltweit aus dem Recycling. Das ist gut ein Viertel des gesamten Angebots von rund 5.002 Tonnen.
- In der Scheideanstalt wird Gold von Silber, Kupfer und anderen Metallen getrennt. Das Elektrolyseverfahren erreicht rund 99,99 % Reinheit.
- Recyceltes Gold aus hochwertigem Schrott verursacht laut einer Studie rund 53 kg CO₂-Äquivalent je Kilogramm, Gold aus dem Bergbau rund 16 Tonnen.
- Bei uns wird Ihr Gold ohne Einschmelzen geprüft. Bis Sie dem Angebot zustimmen, bleibt es unverändert.
Gold geht nicht verloren
Ein großer Teil des Goldes, das heute gehandelt wird, war schon einmal Schmuck, Zahnersatz oder ein Bauteil. 2025 kamen nach Zahlen des World Gold Council weltweit 1.404 Tonnen Gold aus dem Recycling. Aus Minen stammten 3.672 Tonnen, das gesamte Angebot lag bei rund 5.002 Tonnen.1 Recyclinggold machte damit gut ein Viertel aus.
Wie viel recycelt wird, hängt stark vom Preis ab. Höhere Goldpreise führen laut World Gold Council in der Regel zu mehr Recycling.1 Wichtige Quellen sind neben altem Schmuck auch Elektronikschrott sowie Dental- und Schmuckverarbeitungsabfälle.2
Der Weg Ihres Goldes
Vom Schmuckkästchen bis zum neuen Feingold durchläuft verkauftes Altgold typischerweise diese Stationen:
- Prüfung und Ankauf: Der Händler bestimmt Gewicht und Feingehalt und macht ein Angebot.
- Sammeln und Sortieren: Angekauftes Material wird nach Metall und Legierung gesammelt, etwa Gelbgold, Weißgold, Zahngold und Silber.
- Einschmelzen: Das Material wird geschmolzen. Nichtmetallische Bestandteile trennen sich dabei als Schlacke ab.3
- Scheiden und Raffinieren: In der Scheideanstalt werden Gold, Silber und Platinmetalle voneinander getrennt und gereinigt.3
- Neues Produkt: Das Feingold wird zu Barren gegossen oder zu Material für neuen Schmuck und technische Anwendungen verarbeitet.
Einschmelzen und Analyse
Beim Einschmelzen entsteht aus vielen einzelnen Stücken eine einheitliche Schmelze. Nichtmetallische Begleitstoffe werden dabei als Schlacke abgegossen oder durch Veraschung entfernt.3 Aus der Schmelze lässt sich der Gehalt der gesamten Partie bestimmen. Als zuverlässigste Methode gilt dafür die klassische Feuerprobe.4
Für Sie als Verkäufer heißt das: Nach dem Einschmelzen sind Stempel, Form und Herkunft eines Stücks verloren. Münzen oder Schmuck mit Sammlerwert sollten deshalb nicht im Schmelztiegel landen, bevor ihr Wert geprüft ist.
In der Scheideanstalt: Gold von anderen Metallen trennen
Schmuckgold ist eine Legierung. In 585er Gold stecken neben Gold vor allem Silber und Kupfer, in Weißgold oft Palladium. Die Scheideanstalt trennt diese Metalle wieder voneinander. Meist werden dazu thermische und chemische Schritte kombiniert: Erst wird das Material geschmolzen, dann in Königswasser oder in Salzsäure mit Chlor gelöst. Anschließend werden die Metalle einzeln ausgefällt und gereinigt.3
Für Gold gibt es zwei klassische Raffinationsverfahren:
| Verfahren | Prinzip | Reinheit |
|---|---|---|
| Miller-Verfahren | Chlorgas wird in die Goldschmelze geleitet. Verunreinigungen bilden Chloride und sammeln sich an der Oberfläche. | Etwa 99,5 %4 |
| Wohlwill-Verfahren | Elektrolyse: Unreines Gold dient als Anode, reines Gold scheidet sich an der Kathode ab. | Etwa 99,99 %4 |
Das Wohlwill-Verfahren hat übrigens eine Hamburger Geschichte: Emil Wohlwill führte die elektrolytische Goldraffination 1878 in Hamburg ein.5 Silber, Platin und Palladium aus dem Altmaterial werden ebenfalls zurückgewonnen.3 Deshalb lohnt sich auch der Verkauf von Silber, Platin und Zahngold.
Feingold und Standards
Am Ende steht Feingold, das wieder in den Handel geht. Für den internationalen Großhandel setzt die London Bullion Market Association (LBMA) den Maßstab. Ein Goldbarren nach dem Standard „London Good Delivery“ enthält 350 bis 430 Feinunzen Gold, also rund 10,9 bis 13,4 kg. Sein Feingehalt muss mindestens 995,0 Tausendteile betragen. Eingeprägt sind Seriennummer, Zeichen der Raffinerie, Feingehalt und Herstellungsjahr.6 Nur Raffinerien auf der sogenannten Good Delivery List dürfen solche Barren liefern.6
Auch die Herkunft spielt eine Rolle. Seit 2022 gilt für diese Raffinerien Version 9 der Responsible Gold Guidance der LBMA. Sie verlangt ausdrücklich Sorgfaltspflichten auch für recyceltes Gold und regelmäßige unabhängige Prüfungen.7 Barren für Privatanleger, etwa 100 g mit 999,9 Feingehalt, kommen ebenfalls aus Raffinerien. Mehr dazu lesen Sie in Goldbarren verkaufen.
Recycling und Klima
Recyceltes Gold hat eine deutlich bessere Klimabilanz als Gold aus dem Bergbau. Eine 2020 veröffentlichte Studie hat das Recycling von hochwertigem Goldschrott in modernen deutschen Raffinerien untersucht.8
| Herkunft | CO₂-Äquivalent je kg Gold |
|---|---|
| Recycling von hochwertigem Goldschrott | 53 kg |
| Recycling aus Elektronikschrott | 1.000 kg |
| Bergbau | 16.000 kg |
Recyclinggold aus Schmuck verursacht damit nur einen Bruchteil der Emissionen von Minengold. Die Autoren kommen auf einen Faktor von rund 300.8 Chemisch unterscheidet sich das Feingold nicht: Gold bleibt Gold, egal ob es aus der Mine oder aus einem alten Ring stammt.
Was bei uns mit Ihrem Gold passiert
Bei Juwelier ZERO wird Ihr Gold zuerst geprüft, nicht eingeschmolzen. Im Prüflabor bestimmen wir den Edelmetallanteil mit einem Röntgenfluoreszenz-Spektrometer, ohne Ihre Stücke zu beschädigen. Jede Sendung prüfen mindestens zwei Mitarbeiter gemeinsam, und die Analyse wird aufgezeichnet. Vor und nach der Prüfung liegt Ihre Einsendung in einem Hochsicherheitstresor.
Sie erhalten ein Angebot zum Tageskurs und entscheiden frei. Lehnen Sie ab, senden wir Ihr Gold unbeschädigt und kostenfrei zurück, dafür steht unsere Gold-zurück-Garantie. Nehmen Sie an, überweisen wir den Betrag in der Regel innerhalb von 48 Stunden. Den Ablauf Schritt für Schritt zeigt unser Verkaufsprozess, die aktuellen Preise finden Sie beim Goldankauf.
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Versandtasche anfordernHäufige Fragen
Wird verkauftes Gold eingeschmolzen?
Gold, das nach seinem Materialwert angekauft wird, wird in der Regel eingeschmolzen und in einer Scheideanstalt gereinigt. Daraus entsteht Feingold für neuen Schmuck, Barren oder Technik. Stücke mit Sammlerwert sollten vorher gesondert bewertet werden.
Was macht eine Scheideanstalt?
Eine Scheideanstalt schmilzt Edelmetalle ein, trennt sie voneinander und reinigt sie zu Feinmetall. Aus Altgold gewinnt sie so Gold, Silber, Platin und Palladium zurück.
Wie rein wird recyceltes Gold?
Mit dem Wohlwill-Verfahren, einer Elektrolyse, erreicht Gold eine Reinheit von etwa 99,99 %. Das schnellere Miller-Verfahren mit Chlorgas kommt auf etwa 99,5 %.
Ist recyceltes Gold genauso viel wert wie neues Gold?
Ja. Chemisch ist Feingold aus Recycling nicht von Gold aus der Mine zu unterscheiden. Gehandelt wird es nach Gewicht und Feingehalt zum gleichen Kurs.
Wie viel Gold wird jedes Jahr recycelt?
Nach Zahlen des World Gold Council kamen 2025 weltweit rund 1.404 Tonnen Gold aus dem Recycling. Das war gut ein Viertel des gesamten Goldangebots von rund 5.002 Tonnen.
Quellen
- World Gold Council: Gold Demand Trends Full Year 2025, Supply (Recycling, Minenproduktion und Gesamtangebot 2025).
- chemie.de Lexikon: Gold (Gewinnung und Recyclingquellen).
- chemie.de Lexikon: Edelmetall-Scheidung (thermische und chemische Verfahren, zurückgewonnene Metalle).
- Encyclopaedia Britannica: Gold processing, Refining (Miller- und Wohlwill-Verfahren, Feuerprobe).
- Encyclopaedia Britannica: Wohlwill process (Einführung 1878 in Hamburg).
- LBMA: A Guide to the Loco London Precious Metals Market, London Good Delivery (Gewicht, Mindestfeingehalt, Prägung).
- LBMA: Responsible Gold Guidance Version 9 (gültig ab 1. Januar 2022).
- Fritz, Aichele, Schmidt: Environmental impact of high-value gold scrap recycling, International Journal of Life Cycle Assessment 25 (2020) (Eintrag in der FAO-Datenbank AGRIS).



